am Wickel

September 2, 2008

Das Putin-Interview und die Zukunft für die Medien

Gespeichert unter: Allgemeines — Marc @ 7:37

Die Tagesthemenmacher bekommen zur Zeit verbale Haue im Tagesschau-Blog. Sie hatten stolz ein Interview mit Wladimir Putin angekündigt und dann eine gekürzte Fassung gesendet, die sich eher durch weglassen als zusammenfassen ausgezeichnet hat. Die dreimal längeren Fassungen zeigten russische Sender. Und dank Internet bekamen auch wir diese zu sehen, zu lesen und sogar mit Übersetzung.

Nach zwei Tagen reagierte man bei der ARD.

Daran werden wir Medienmacher uns gewöhnen müssen. Die Welt ist kleiner geworden und die Menschen können ohne weiteres auf andere Nachrichtenquellen zugreifen. Unstimmigkeiten kann dann jeder im Netz publizieren und ist nicht auf das Interesse einer Zeitung oder einem Sender angewiesen. Sicherlich ist es einfacher sein Anliegen mit den Medien durchzubringen, aber man braucht sie eben nicht mehr.

Ich persönlich rechne damit, dass es irgendwann von jeder Veranstaltung ein Video im Netz geben wird. Und wenn man dann als Journalist eine schlampige oder gar einseitige oder tendenziöse Zusammenfassung abliefert, dann wird uns das um die Ohren gehauen werden.

Der Leser wird auch weiterhin sich nicht alle Informationen selbst zusammenklauben wollen, aber er wird die Zusammenfassungen der Presse öfter kritisch hinterfragen (können).

Nachtrag: Da Blogs ja nichts relevantes beitragen können, lassen Spiegel Online und die Süddeutsche Zeitung das Thema auf ihren Websites bislang aus.


4 Kommentare »

  1. Zufall? Oh nein! Erinnert sich noch jemand an die Rede, welche Putin vor gut einem Jahr auf Teltschicks Sicherheitskonferenz in München hielt? Ü b e r welche Tonnen Druckerschwärze und Kilometer Fernsehmaterial an den Kopf des deutschen „Souveräns“ geschmissen wurden? Während man den Text selbst sorgsamst unter Verschluss hielt? Warum wohl? Damit der deutsche Michel nicht merkt, dass das, was der Mann zu sagen hatte, durchaus Sinn machte und nachvollziehbar war?? Oder an den in allen Blättern und auf allen Kanälen mit gut gespielter Empörung gescholtenen und verurteilten Hohmann-Brief? Den man dem unmündigen deutschen Bürger auch nicht zumuten wollte? Oder an den Flyer, der Möllemann das Leben kostete – und der, obwohl wochenlang Top-Thema in allen Medien, nur zwei-drei Mal im Fernsehen kurz vor unserer Nase hermgewedelt wurde, so, dass man zwar das Kotterfei des Herrn Friedmann, jedoch kein einziges Fetzelchen des Textes zu sehen bekam? Und, und und? Ja warum glauben Sie wohl, möchten die deutschen „Demokraten“ auch das Internet unter ihre Kontrolle bringen? Um uns vor Terroristen zu schützen? Wer’s glaubt, kommt in Franz-Josefs Patenhimmel!
    Jedoch: verdient der sogenannte deutsche „Souverän“ in seiner überwiegenden Mehrheit nicht genau das? Oder hören Sie irgendwo Massenproteste gegen die allgegenwärtige und offensichtliche Manipulation???

    Kommentar von Krixus — September 2, 2008 @ 8:19

  2. Huch – dicke Lippe über die Zensur bei der ARD – und dann selber Kommentare von da entfernen? zeitgleich obendrein mit der Entfernung ähnlicher Stellungsnahmen im Blog der Tagesschau???Na wenn das keine Gleichschaltung ist – dann was?

    Kommentar von Krixus — September 2, 2008 @ 10:41

  3. Zensur? Unter Umständen behalte ich mir vor Kommentare zu löschen. (Es ist auch keine Zensur, denn das ist eine staatliche Maßnahme – aber das nur der Form halber.) Ansonsten landen aber alle Kommentare stets in der Moderationsschleife und werden von mir freigeschaltet.

    Kommentar von Marc — September 2, 2008 @ 11:16

  4. [...] Das Putin-Interview und die Zukunft für die Medien « am Wickel Am 2. September 2008 um 09:37 Uhr [...] Gespeichert unter: Allgemeines — Marc @ 7:37 Uhr [...]

    Pingback von Seite 6 der Kommentare auf blog.tagesschau.de (#501 bis #600) « Das Putin-Interview in der ARD — September 6, 2008 @ 4:46


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